Diese Gedichte schrieb mein Frauchen, meine Autorin
Marlies Strübbe-Tewes, für mich.

 

März

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Naschkater
 
Auf dem Tisch das Lachsfilet,
nicht in Sicht die Küchenfee.
leichter Sprung zur Köstlichkeit,
 Festmahl vor mir verzehrbereit.
 
Ich lecke und schlecke,
ich rupfe und zupfe.
 
 Dann – ein Menschenhilfeschrei,
in Ruhe speisen: Aus, Vorbei!
 
Schnell noch ein Stück vom Fisch,
dann springe ich vom Tisch.
 
Später leck ich meine Tatzen,
Mensch, du weißt doch:
Auch Kater sind Naschkatzen!

 

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April

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Im Frühling

 
Endlich frische Frühlingsluft,
Veilchen und Narzissenduft!
Sonnenschein, verlockend hell,
in den Garten, aber schnell!
 
Im Winter hocke ich im Haus,
bei Kälte gehe ich nicht aus.
Bequem mein Körbchen, wohligweich,
der Schneesturm draußen ist mir gleich.
 
Doch nun:
 
Mein Kletterbaum zeigt grüne Spitzen,
möchte gern ganz oben sitzen.
Die Gabelung, mein Aussichtsplatz,
hinauf den Stamm in einem Satz!
 
Die Krallen leisten Schwerstarbeit,
nach  üppig Winterfutterzeit.
Den Stamm rutsch kläglich ich bergab,
anstatt hinauf geht es hinab.
 
Und nun?
 
Ich werd  geduldig warten ab,
bis leichtes  Sommerfell ich hab .
Dann  bin ich wieder rank und schlank,
für heut  nehm  ich die Gartenbank.

 

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Mai

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 Ich habe Hunger
 
Ich habe Hunger, ich will fressen,
hast du mich denn heut  vergessen?
Schau, mein Fressnapf ist ganz leer,
seit Stunden gabst du mir nichts mehr!
 
Jetzt hock  ich hier und warte,
ach, hätt  ich doch die Karte,
Huhn und Hahn in heller Sauce,
oder  Lachsportion, die große!
 
Rindfleischhäppchen darf es sein,
Lamm und Ente, zart und fein,
komm und füll mir meinen Napf,
mein Miau klingt schon ganz schlapp.
 
Endlich ist sie aufgemacht,
die Dose mit der Futterpracht.
Du reichst mir ein großes Stück,
ach, was hab ich doch für  Glück!
 
Meine Schale schleck ich leer,
verlange noch ein bisschen mehr.
Futterlieferant, ich danke dir,
vernimm mein sattes Schnurren hier.

 

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