Diese Gedichte schrieb mein Frauchen, meine Autorin
Marlies Strübbe-Tewes, für mich.




September


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Meine Katerwünsche
 
Gib mir vom Rinderbraten ab,
ein gutes Stück, und  nicht zu knapp.
Gegrilltes Steak darf es auch sein,
und Lachsfilet, ganz zart und fein.
 
Ein Medaillon leg  mir zurück
und von der Ente auch ein Stück.
Füll´ mir den Fressnapf bitte voll,
mehrmals am Tag, das find´ ich toll.
 
Knabberstangen reich  mir  jederzeit,
und Katzendreamies halte stets bereit.
Als Nachtisch darf es  Sahne sein,
prall gefüllte Schale – das wär  fein.
 
Wenn ich dann müde bin,
leg ich mich einfach hin,
in deine weichen Kissen,
dies Paradies will ich nicht missen.
 
Zum Mäusefangen,
bitte sieh es ein,
kann Nachbars Kater
dir behilflich sein.

 

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Oktober

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Blaustrumpfkater
 
Ich darf nicht aus dem Haus,
im Garten spielen – aus.
Jetzt hock ich auf der Fensterbank,
seit drei Wochen bin ich krank.
 
 
Am Waldrand
Blätter rascheln, ich bin entzückt,
toben, jagen nach dem Beutestück.
Doch, verdeckt unterm bunten Laub,
Glasscherben ritzen meine Pfote auf
 
Angst
Bei meiner Ärztin, die Wunde zeigen,
über Schmerzen will ich schweigen.
Zum Heilen legt sie mir sodann,
Verband mit blauem Kiestrumpf an.
 
Befreien
Ich beiße und reiße, bitte, seht es ein,
ich will kein Blaustrumpfkater sein.

 Flott zieht man  mir den nächsten an,
 Rupf-Zupf-Spiel erneut beginnen kann.
 
Heute, nach langem Hausarrest,
stellt Frau Doktor endlich fest,
die Pfote, die ist wieder heile!
Gartenspiele – Schluss mit Langeweile!

 

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November


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Ein Tag im November
 
Wenn die Tage kürzer sind,
durch kahle Bäume streift der Wind,
wenn die Wiese regennass,
der Wolkenhimmel grau und blass
 
Wenn das Herbstlaub modrig feucht,
der Sturm die Hagelwolke scheucht,
wenn dem Teich wächst eine Haut,
die welke Aster frostergraut,
 
dann bleibe ich im Haus,
dann gehe ich nicht aus.
 
Sitze auf der Fensterbank,
hocke auf dem Kleiderschrank,
rolle mich in weiche Kissen,
darf ich nicht- will ich nicht wissen
 
Springe auf den Küchentisch,
prima! Heute gibt es Fisch!
Ruft die Menschenfrau „verboten“,
schlecke ich mir ab die Pfoten,
 
heute bleibe ich im Haus,
heute gehe ich nicht aus
 
Meine Krallen muss ich schärfen,
schnell den Blick zum Sessel werfen,
mit viel Sorgfalt und Bedacht,
schlitz ich auf die Lederpracht.
 
Magisch zieht mich abends dann,
das weiche Menschenlager an,
frischbezogen ist das Bett,
nur für mich, das ist doch nett.

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