Diese Gedichte schrieb mein Frauchen, meine Autorin
Marlies Strübbe-Tewes, für mich.


 

Dezember
 

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Warten auf den Nikolaustag
 

Dezember zeigt der Kalender,
Samtschleifen zieren Geländer,
Plätzchenduft zieht durch das Haus,
wir warten auf den Nikolaus.
 
Bestimmt kommt er zu dir,
doch ganz sicher erst zu mir!
 
Denn ich, dein Kater, war stets brav,
gab dir von meiner Beute ab.
 
Denk an die große, graue Maus,
die ich zu dir trug in dein Haus.
Erinnre dich an Nachbars Fisch,
ich schleifte ihn zu uns  rem Tisch.
 
Das ganze Jahr, ich zeigte dir,
Kletterkunst und Tricks von mir.
Im Mammutbaum, auf höchstem Ast,
den weißen Wolken nahe – fast.
 
Im Haus, mit elegantem Satz,
nahm ich auf deinem Schreibtisch Platz.
Ordnungsliebend sortiert   ich hier
dein gesamtes Manuskriptpapier.
 
 
Nikolaus, wir warten hier,
komm mit prallem Sack zu mir.
 
Bestimmt bringst du mir heute,
all deine Futterdosenbeute.
 
Belohnst mich, den Katerheld,
den liebsten Schnurrer dieser Welt!
Und für mein Zweibein,
Nikolaus, ich bitt dich sehr,
 
bring mir eine Dose mehr!

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alt

Kater Ernies Weihnachtstraum
 
Stundenlang zieht er durchs Haus
der Bratenduft vom Weihnachtsschmaus.
Truthahn, zart und mild gegart
mit Füllung nach des Hauses Art.
 
 Menschen glauben stets daran,
dem Braten nichts passieren kann.
Alles sei für sie gemacht,
doch Katerkumpels, nun gebt acht:
 
Geduldig warten …
 
 Wenn alle singen unterm Baum,
schleich ich sachte durch den Raum,
der Knusperbraten lockt mich an,
und ich zeige, was ich kann:
 
Mein leises Schmatzen hört man  kaum,
es erfüllt sich jetzt − mein Katertraum!
Den Truthahn −
 oh  Weihnachtsglück,
    zerleg  ich −
Stück für Stück!


 

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Januar

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Winter in meinem Revier
 
Wo gestern grüne Wiese war,
ruht heut  ein  weiter See −
von Glitzerschnee!
 
Wo gestern war mein Gartenteich
glänzt heute harte Haut –
Eis, frostergraut!
 
Wo gestern meine Minze stand,
ich heute nur Gerippe fand −
mit weißem Rand!
 
Wer war so dreist, hat über Nacht
das kalte Weiß gebracht?
Wer wagt Veränderungen hier?
Dies ist doch mein Revier!
 
Winter war es!
Ach so, dann wart  ich einfach ab,
denn irgendwann
macht auch ein Winter schlapp!

 

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Februar

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In der Winterzeit

 
Das Mauseloch ist schneeverdeckt,
mein graues Spielzeug ganz versteckt,
die schwarze Amsel schimpft mich aus,
schleich ich zu ihrem Futterhaus!
 
Der weiße Plüsch macht Pfoten kalt,
ich renne schnell und mache Halt.
Eisig Wind treibt mir entgegen
nimmt mir Sicht auf meinen Wegen!
 
An meinem zarten Schnurrbarthaar
klebt nun das weiße Zeug sogar!
Ich lauf zur Tür, lass mich jetzt rein,
ich will nicht länger draußen sein!
 
Schnell ins weiche Körbchen huschen,
ruhen, schlafen, dösen, kuschen,
stundenlang am Fenster hocken,
wohlig warm ist es und trocken.
 
So
will ich Winterzeit verbringen,
 Eis mit Sahneschnee
lass ich mir bringen!

 

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